|
|
|
Mein
Erstes Spiel
|
|
Peter Schneider
|
|
(78/79) Darmstadt 98 - Fortuna
Düsseldorf 1:6
|
|
Nicht wenige
fragen mich (mit einem mitleidigen Lächeln im Gesicht), wie man
als im Hunsrück geborener und nun in Wiesbaden lebender denn Fan
von Fortuna Düsseldorf sein kann. Die Antwort ist einfach:
Weil meine Tante in Düsseldorf wohnte - und nur deshalb -, entschied ich mich im Sommerurlaub 1978 beim lustlosen Durchblättern des Kicker-Sonderheftes dazu, zumindest sporadisch den Düsseldorfern die Daumen zu drücken. Damals war ich gerade zehn Jahre jung geworden - und hatte zum Leidwesen meines sportbegeisterten Bruders von Fußball nicht den leisesten Schimmer. Vor allem letzteres erklärt einiges, sagen (oder zumindest denken) viele an dieser Stelle. Mein Bruder meinte, nun müsse ich auch mal zu einem Fortuna-Spiel. Die kilometermäßig nächste Gelegenheit bestand in Darmstadt. Da mein Bruder Sportjournalist ist, brachte er es fertig, mich mit bis vor die Fortuna-Kabine zu bekommen. Das ging damals noch problemlos, "Premiere" gab es nur im Theater. Ich werde nie vergessen, wie Gerd Zimmermann und Klaus Allofs auf mich zu kamen. Die alten Männer haben mir ziemlich imponiert. Erst recht, als Allofs und Wolfgang Seel später die "Lilien" umkurvten, als seien sie gar nicht da. 6:1! Doch mein erstes Mal besteht aus zwei Teilen. Denn mein Bruder meinte, nun müsse ich auch mal ein Heimspiel sehen. Ich, inzwischen schon ziemlich von dem F mit der 9 und der 5 begeistert, ließ mich nicht zweimal bitten. Es war nicht irgendein Heimspiel, es war das 7:1 gegen die, zu denen nicht nur Campino niemals gehen würde. Ich weiß noch genau, dass ich damals in meiner Kinderkrakelschrift auf einem kleinen Zettel notiert habe: Fans singen "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" nach Melodie von "Yellow Submarine". 6:1 und 7:1. Das war mein verheißungsvoller F95-Start, der aber überwiegend nicht bestätigt wurde. Dass Fortuna im Frühjahr 1979 als Krönung meiner ersten Fan-Saison den DFB-Pokal holte (danke Uwe Kliemann für diesen genialen Rückpass auf Norbert Nigbur und danke Wolfgang Seel für dieses unmögliche Tor), dass die Fortuna das Europapokal-Endspiel gegen den FC Barcelona erreichte - das alles ließ den Fortuna-Virus in mir leben und zerstörte jegliche Antikörper. Zwar habe ich Teveren live erleben müssen, auch Idar-Oberstein ist im Beisein meiner schadenfrohen Hunsrück-Kumpel nicht an mir vorbei gegangen. Aber: Mittlerweile habe ich durch Fortuna in Düsseldorf viele gute Freunde kennen gelernt. Das alleine beweist, dass das genau der richtige Weg war, auf den der kleine Zehnjährige im Sommer 1978 gebracht worden ist. Danke an meinen Bruder
Bernd, Und nächstes Jahr
lasse ich mir ein spezielles T-Shirt anfertigen: Peter Schneider |
© 2002 - Super-Fortuna.de