Nimm mich Volley
Ausgabe 3 - März 2000
 
 Ausschnitte aus der Ausgabe

Ein schlafender und sich auf Bäumen paarender Pechvogel

Achenbach Interview - Zurück nach Basel

René Bachmann - Ein Fortuna Fan auf Job-Suche

Manfred Bockenfeld - Stichworte









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Manfred Bockenfeld - Stichworte

Nationalelf
Mein erstes und letztes Länderspiel absolvierte ich im Februar 1984 auf einer Reise ans Schwarze Meer. Der DFB bat uns eine leichte Jacke mitzunehmen, weil es abends etwas kühler sein könnte. Als wir ankamen waren minus 15 Grad. Das Trainingslager wurde dann vorzeitig abgebrochen. Ich spielte neben Bommer und Klaus Allofs 90 min durch und wir gewannen 3:2 gegen Bulgarien. Später waren meine Leistungen nicht mehr so, daß eine weitere Berufung in Frage kam. Jupp Derwall war damals Trainer. Normalerweise wird man beim DFB nicht ausgetauscht. Entweder macht man es solange bis es gar nicht mehr geht oder man stirbt oder sonstwas. Derwall war der erste, dem nahe gelegt wurde zurückzutreten. Für ihn kam Franz Beckenbauer. Der hatte auch mehr Ahnung vom Fußball und hat wohl über mich gedacht: "Den kann ich nicht gebrauchen".

Vorstandsarbeit
Da haben wir oft die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Speziell über die sogenannte Managertätigkeit von Wolfgang Ley und Isolde Gagsch. Die beide haben nur über Dritte miteinander kommuniziert - das war wie in der Serie Dallas. Demgegenüber war Peter Förster ein junger Präsident mit Visionen, die aber in Düsseldorf schwer umzusetzen waren. Er hatte als erster die Idee ein Spiel komplett an einen Sponsor zu verkaufen. Zur Realisation kam es aber erst Jahre später. Es wäre für Fortuna nicht schlecht gewesen, wenn er weiter gemacht hätte. Man sollte Leute wie ihn, aber auch Klaus Allofs und andere ehemalige Spieler bei der Fortuna generell mehr einbinden.

Zuschauerzuspruch
Ich habe natürlich jedes Extrem mitgemacht. 1984 als wir vor jeweils 60.000 Zuschauern Gladbach und Bayern weggehauen haben. In Düsseldorf gehen die Leute nur dahin, wo absolute Top-Leistungen geboten werden. Und diese wurden, speziell bei der Fortuna, zulange nicht geboten. Gegen Uerdingen liefen wir mal vor lediglich 3.500 Fans auf. Das war schon deprimierend. Man brauchte lange Zeit um das Vertrauen des Publikums aufzubauen. Und wenn dann mal 20.000 da waren, gingen die Spiele meistens in die Hose. Wenn wir regelmäßig vor vollem Haus am Flinger Broich gespielt hätten, wären mehr Punkte erzielbar gewesen.

Ähnlichkeit mit Holger Fach
Kurz nach meiner Zeit bei Fortuna war ich bei einem Heimspiel zu Besuch. Vor Spielbeginn kam unvermittelt Heinz Lucas auf mich zu und fragte: "Holger? Was machst Du denn hier? Spielst Du heute gar nicht?" "Doch. Aber ich hab` noch Zeit. Es sind noch 30 Minuten - ich ziehe mich gleich um, dann bin ich immer noch früh genug auf`m Platz." Völlig fassungslos erwiderte er: "Ja, wie? Willst Du Dich denn gar nicht warmmachen?" Er hat da einiges nicht mitbekommen.

Unvergessene Spiele
Bei unserem 7:0 Heimerfolg gegen Borussia Dortmund 1983. Wir waren brillant. Rudi und ich haben uns sogar selber Knoten in die Beine gespielt. Die unglücklichste Niederlage wurde uns im November 1986 beim 3:4 in Nürnberg zugefügt. Der Schiedsrichter hat in entscheidenden Szenen gegen uns gepfiffen. Als wir am Ende dann doch einen Elfmeter zugesprochen bekamen, wollte ich den Ball aus dem Toraus holen. Nürnbergs Keeper Manni Müller hielt ihn fest, ich entriß ihn ihm. Daraufhin spielte Müller den sterbenden Schwan, das Männeken an der Linie schwenkte hektisch sein Fähnchen und der Schiri zeigte mir Rot wegen Fingerhakelns. Für mich ein absoluter Skandal. Weikl verkürzte auf 3:4 und der Referee pfiff sofort ab.

Yoga Meyer
Ich habe nie wieder einen solchen Trainer gehabt, der mit derart ungewöhnlichen Methoden versucht hat eine Bundesligamannschaft zu trainieren. Wir Spieler haben uns bei seinen Übungen nur komisch angeguckt, denn diese hatten mit Fußball wenig bis gar nichts zu tun. War nicht unbedingt mein Fall als Trainer. Einige Spieler haben ihn nicht allzu ernst genommen. Das hatte aber mit Sicherheit keinen Einfluß auf den späteren Abstieg.



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